Viele Montagelinien sind heute mit den gleichen Problemen konfrontiert. Die Ingenieure sehen eine ungleichmäßige Befestigungsqualität. Sie sehen auch einen schnellen Werkzeugverschleiß. Pneumatische und hydraulische Systeme müssen häufig gewartet werden. Diese Probleme beeinträchtigen die Produktzuverlässigkeit. Sie werden noch gravierender, wenn Teams mit dünnen, leichten oder beschichteten Materialien arbeiten.

Um diese Probleme zu lösen, verwenden viele Hersteller heute Servopressen. Diese Maschinen werden mit Elektromotoren betrieben. Sie sind nicht auf Öl oder Druckluft angewiesen. Das System ermöglicht eine präzise Steuerung von Kraft, Position und Geschwindigkeit in jedem Zyklus. Dieses Maß an Kontrolle trägt zu einer stabilen Festigkeit der Verbindung bei. Außerdem verkürzt es die Zykluszeit. Gleichzeitig ermöglicht das System die Aufzeichnung von Prozessdaten zur Qualitätsverfolgung.

Servopressen sind heute in verschiedenen Branchen weit verbreitet. Dazu gehören die Automobilproduktion, die Montage von Batterien für Elektrofahrzeuge, die Luft- und Raumfahrt und die Elektronikfertigung. In diesen Bereichen kommt es auf eine gleichbleibende Qualität der Verbindungen an. Prozessdaten und Rückverfolgbarkeit spielen auch eine wichtige Rolle bei der Erfüllung von Sicherheits- und Compliance-Anforderungen.

Servo-Presse

Was sind Niet- und Clincharbeiten?

Nieten und Durchsetzfügen sind zwei zentrale Befestigungsmethoden, die moderne Metallbaugruppen prägen. Wenn man versteht, wie beide Verfahren funktionieren, wird deutlich, warum die Servosteuerung einen so großen Unterschied in Bezug auf Konsistenz und Qualität macht.

Nieten: Dauerhafte, hochfeste Verbindungen schaffen

Nieten ist ein mechanisches Befestigungsverfahren. Ein Arbeiter setzt einen Niet durch vorgebohrte Löcher in die Teile. Die Presse verformt dann den Niet, um die Teile miteinander zu verbinden. Bei dieser Methode entsteht eine dauerhafte Verbindung. Viele Hersteller verwenden dieses Verfahren, wenn sie eine hohe Dauerfestigkeit benötigen. Es eignet sich auch gut für die Verbindung unterschiedlicher Materialien, wie Stahl und Aluminium oder Titanlegierungen.

In der Präzisionsindustrie, wie z. B. in der Luft- und Raumfahrt, ist die Kraftkontrolle entscheidend. Die Presse muss die Kraft innerhalb eines engen Bereichs aufbringen. Eine zu hohe Kraft kann Risse oder Oberflächenschäden verursachen. Eine zu geringe Kraft kann die Verbindung schwächen. Servogesteuerte Pressen halten die Umformkraft innerhalb von etwa ±1% des Sollwerts. Diese Steuerung trägt zur Herstellung gleichmäßiger Nietköpfe bei.

Clinchen: Fügen ohne zusätzliche Befestigungsmittel

Das Clinchen wird auch als Pressfügen bezeichnet. Es verbindet Bleche, indem es eine lokale Verbindung zwischen den Schichten herstellt. Das Verfahren beruht auf einer kontrollierten Verformung des Materials. Nieten, Schweißen oder Klebstoff sind nicht erforderlich. Viele Hersteller verwenden das Clinchen für Aluminium und beschichteten Stahl. Bei diesem Verfahren entsteht keine Wärme. Außerdem werden Dämpfe und Oberflächenverunreinigungen vermieden.

Eine Servopresse bietet Ingenieuren eine präzise Bewegungssteuerung. Die Ingenieure können die Bewegungskurve für jedes Materialpaar einstellen. Eine kurze Verweilzeit in der Nähe des unteren Totpunkts trägt dazu bei, eine vollständige Verriegelung herzustellen. Dieser Schritt schützt auch die Oberflächenbeschichtung vor Beschädigungen. In vielen Fällen erreichen geclinchte Verbindungen etwa 80-90% der Festigkeit von Punktschweißungen. Gleichzeitig erzeugt das Verfahren keine Spritzer und muss nicht nachgereinigt werden.

Querschnittsdarstellung des Clinchprozesses

Grenzen der traditionellen Pressesysteme

Ältere pneumatische, hydraulische und mechanische Pressen haben Schwierigkeiten, die heutigen Anforderungen an Genauigkeit und Effizienz zu erfüllen. Die Untersuchung ihrer Schwächen zeigt, warum die Hersteller auf servogetriebene Systeme umsteigen.

Presse Typ Kraftkontrolle Wartung Energieeinsatz Typische Messgenauigkeit Gemeinsames Problem
Pneumatisch Schlecht (Kompressibilität der Luft) Gering bis mittel Mäßig ±10% Inkonsistente Kraft
Hydraulisch Hoch, aber schwer zu stabilisieren Hoch (Lecks, Flüssigkeitsalterung) Hoch ±5% Ölverschmutzung, Lärm
Mechanisch Feste Kurve, nicht einstellbar Mittel Mittel ±5-8% Keine adaptive Steuerung
Servo (elektrisch) Ausgezeichnet (geschlossener Kreislauf) Niedrig Niedrig ±1% -

Pneumatische Pressen: Inkonsistente Kraftübertragung

Pneumatische Pressen verwenden Druckluft zur Krafterzeugung. Der Luftdruck ändert sich mit der Temperatur und den Versorgungsbedingungen. Selbst kleine Änderungen können zu Kraftschwankungen von bis zu ±10% führen. Diese Schwankungsbreite ist für Präzisionsmontagearbeiten zu hoch.

Infolgedessen wird die Qualität der Gelenke instabil. Einige Verbindungen können zu locker sein, während andere zu stark gepresst werden. Ausrichtungsfehler und Nacharbeit werden häufiger. Mit der Zeit verringern Luftlecks, verschlissene Ventile und Verunreinigungen die Zuverlässigkeit des Systems weiter.

Hydraulische Pressen: Hoher Energieverbrauch und hoher Wartungsaufwand

Hydraulische Pressen können eine hohe Kraft erzeugen. Sie sind auf Pumpen angewiesen, die oft kontinuierlich arbeiten. Selbst wenn die Presse im Leerlauf ist, verbraucht das System Energie, um den Druck aufrechtzuerhalten. In vielen Fällen kann der Stromverbrauch bis zu 70% höher sein als bei einem servobasierten System.

Hydrauliköl birgt auch Risiken. Durch Öllecks können Teile und Arbeitsbereiche verunreinigt werden. Temperaturschwankungen beeinflussen die Ölviskosität. Diese Veränderung verändert die Presskraft und verringert die Prozesskonsistenz während der Produktion.

Mechanische Pressen: Hohe Geschwindigkeit, aber begrenzte Kontrolle

Mechanische Pressen arbeiten mit einer festen Kurbelbewegung. Das Bewegungsprofil kann sich während des Hubes nicht ändern. Diese Pressen eignen sich gut für die Hochgeschwindigkeitsumformung. Ihnen fehlt jedoch die Flexibilität, die für sensible Montageaufgaben erforderlich ist.

Die starre Bewegung macht es schwierig, die Kraft bei dünnen Materialien oder Schichtverbindungen zu kontrollieren. Eine hohe Schlagkraft am unteren Ende des Hubs kann den Werkzeugverschleiß erhöhen. Außerdem kann es im Laufe der Zeit zu Abweichungen bei den Teilen kommen.

Wie die Servopressentechnik das Spiel verändert?

Die Servotechnologie ersetzt Luft und Öl durch digitale Präzision. Erfahren Sie, wie geschlossene Regelkreise und programmierbare Bewegungen stabile Qualität, sauberen Betrieb und verbesserte Produktionseffizienz ermöglichen.

Präzise Kontrolle von Kraft, Position und Geschwindigkeit

Servopressen arbeiten mit einem geschlossenen Regelkreis. Das System kombiniert Motorgeber für die Positionskontrolle und Kraftmesszellen für die Kraftmessung. Die Steuerung vergleicht die Echtzeitwerte mit den programmierten Einstellungen. Sie passt den Ausgang alle paar Millisekunden an, um die Prozessstabilität zu gewährleisten.

Diese Steuerung ermöglicht eine sehr hohe Genauigkeit. Servopressen können eine Positionsgenauigkeit von ±0,01 mm erreichen. Sie können auch die Wiederholbarkeit der Kraft innerhalb von ±1% halten. Pneumatische Pressen weisen unter den gleichen Bedingungen oft Kraftschwankungen von bis zu ±10% auf.

Für Ingenieure bedeutet dies, dass die Presse komplexe Bewegungsprofile ausführen kann:

  • Schnelle Annäherung um die Leerlaufzeit zu verringern.
  • Langsame Umformungsphase in der Nähe des Bodens, genau in der Mitte, um eine Überkompression zu vermeiden.
  • Verweildauer um das Fließen oder Erstarren des Materials zu ermöglichen (bei wärmeunterstütztem Fügen).
  • Sanftes Zurückziehen um die Rückfederung oder die Bewegung der Teile zu minimieren.

Dank dieser Flexibilität kann eine einzige Servopresse mehrere Fügeaufgaben übernehmen. Sie kann leichtes Clinchen und tiefes Nieten auf derselben Maschine ausführen. Ein mechanisches Umrüsten ist nicht erforderlich.

Überwachung und Datenaufzeichnung in Echtzeit

Jeder Hub der Servopresse erzeugt eine digitale Aufzeichnung. Dieser Datensatz ist eine Kraft-Weg-Kurve. Die Kurve veranschaulicht das Verhalten der Verbindung während des gesamten Pressvorgangs. Ingenieure verwenden diese Kurve als Qualitätsreferenz. Wenn Probleme auftreten, wie z. B. eine Fehlausrichtung des Teils, eine fehlende Niete oder Änderungen der Materialstärke, werden sie vom System sofort erkannt.

Der Bediener kann Toleranzbänder für den Prozess festlegen. Diese Bänder definieren obere und untere Kraftgrenzen bei verschiedenen Hubstufen. Wenn sich die Kurve außerhalb des zulässigen Bereichs bewegt, reagiert die Presse automatisch. Sie kann den Zyklus anhalten oder das Teil zur Inspektion markieren. Durch diese frühzeitige Kontrolle wird verhindert, dass fehlerhafte Verbindungen in den nächsten Prozess übergehen. Außerdem wird die Nacharbeit reduziert und das Gewährleistungsrisiko gesenkt.

Das System zeichnet auch Prozessdaten für jeden Zyklus auf. Diese Daten unterstützen die vollständige Rückverfolgbarkeit und helfen bei der Einhaltung von Normen wie IATF 16949 und AS9100. Die Presse kann Details wie Zykluszeit, Kraft, Position, Bediener-ID und Teile-ID speichern. Die Daten können auf der Maschine verbleiben oder an ein MES-System im Werk übertragen werden.

Visualisierung der Kraft-Weg-Kurve einer Servopresse

Energieeffizienz und sauberer Betrieb

Servosysteme verbrauchen nur dann Energie, wenn die Presse in Bewegung ist. Bei hydraulischen Pressen sind die Pumpen ständig in Betrieb. Wenn eine Servopresse im Leerlauf ist, geht der Energieverbrauch gegen Null. Beim Abbremsen kann der Motor Energie zurückgewinnen und an das Stromnetz zurückgeben. Dies verbessert die Gesamteffizienz.

In realen Produktionslinien führt diese Konstruktion oft zu Energieeinsparungen von 30-70%. Die genauen Einsparungen hängen von der Zyklusgeschwindigkeit und der erforderlichen Kraft ab. Servopressen kommen außerdem ohne Hydrauliköl aus. Damit entfällt das Risiko von Leckagen, Teileverschmutzung oder Ölgeruch. Außerdem gibt es keine Kraftschwankungen, die durch temperaturbedingte Änderungen der Ölviskosität verursacht werden.

Der elektrische Antrieb arbeitet viel leiser. Der Geräuschpegel ist oft 10-15 dB niedriger als bei herkömmlichen Pressen. Dieser Vorteil ist in Reinraumumgebungen von Bedeutung. Er verbessert auch den Komfort und die Sicherheit für die Bediener in der Werkstatt.

Flexible Programmierung für verschiedene Fugenarten

Jedes Produkt hat andere Verbindungsanforderungen. Die Blechdicke kann sich ändern. Auch Materialhärte und Oberflächenbeschichtung variieren. Die Teilegeometrie macht das Ganze noch komplexer. Eine Servopresse bewältigt diese Änderungen durch Software-Steuerung.

Ingenieure können im Voraus mehrere Pressprogramme erstellen. Jedes Programm definiert Geschwindigkeit, Kraft, Verweilzeit und Rückzugsweg. Die Bediener können sofort zwischen den Programmen wechseln. Eine mechanische Einstellung ist nicht erforderlich. Diese Flexibilität eignet sich für eine Produktion mit hohem Mischungsgrad und geringen Stückzahlen. Sie funktioniert auch gut in automatisierten Linien mit einer Vielzahl von Teiletypen.

Modernere Servopressen unterstützen die direkte Systemintegration. Sie können über industrielle Standardnetzwerke mit Robotern und Steuerungssystemen verbunden werden. Wenn ein Roboter ein neues Teil lädt, kann die Presse automatisch das richtige Programm auswählen. Dadurch werden Einrichtungsfehler reduziert. Außerdem werden einheitliche Ergebnisse für verschiedene Produkte gewährleistet.

Branchenübergreifende Anwendungen

Servopressensysteme sind in Branchen, in denen Präzision, Wiederholbarkeit und Sauberkeit von entscheidender Bedeutung sind, unverzichtbar geworden. Lassen Sie uns untersuchen, wie sich diese Vorteile in der Praxis auswirken.

Automobil- und EV-Montage

In der Automobilproduktion hat die Qualität der Befestigung einen erheblichen Einfluss auf die Sicherheit und langfristige Zuverlässigkeit. Viele traditionelle pneumatische und hydraulische Pressen haben Probleme mit Aluminiumplatten, gemischten Materialien und großen Mengen, die eine strenge Qualitätskontrolle erfordern.

Pressen mit Servoantrieb lösen diese Probleme. Sie halten die Kraftkontrolle innerhalb von ±1% bei jedem Zyklus. Diese Stabilität gewährleistet eine einheitliche Verbindungsfestigkeit, selbst bei Hunderttausenden von Teilen. Bei der Montage von EV-Batterien trägt das servogesteuerte Clinchen dazu bei, eine Verformung der Platten zu verhindern. Außerdem unterstützt es die präzise Versiegelung von empfindlichen Batteriemodulen.

Servopressen lassen sich auch gut in automatisierte Produktionslinien integrieren. Roboter laden die Teile, und die Presse prüft jede Verbindung anhand ihrer Kraft-Weg-Kurve. Wenn eine Verbindung außerhalb der festgelegten Grenzen liegt, wird sie vom System sofort markiert.

Luft- und Raumfahrt und Elektronik

Luft- und Raumfahrtteile erfordern sehr enge Toleranzen und saubere Montagebedingungen. Beim Nieten oder Clinchen von Aluminium, Titan oder Verbundwerkstoffen ist die Kraftkontrolle entscheidend. Schon ein geringer Kraftanstieg kann Mikrorisse oder Schichtablösungen verursachen.

Servopressen verringern dieses Risiko durch programmierbare Bewegungen und Echtzeit-Feedback. Die Ingenieure können die letzte Umformstufe in der Nähe des unteren Totpunkts um etwa 30-50% verlangsamen. Diese langsamere Bewegung trägt dazu bei, dass sich das Material gleichmäßig verformt. Außerdem wird dadurch die Belastung von dünnen oder geschichteten Strukturen begrenzt.

Bei der Elektronikmontage ist Sauberkeit ebenso wichtig. Gedruckte Leiterplatten und beschichtete Teile müssen frei von Öl und Schmutz bleiben. Servopressen arbeiten ohne Hydrauliköl und erzeugen nur wenig Lärm. Ihr kompaktes und sauberes Design unterstützt Reinraumumgebungen der ISO-Klasse 8.

Automatisierung und Robotikintegration

In vielen modernen Fabriken werden heute Servopressen in automatisierten Roboterzellen eingesetzt. Diese Pressen sind über industrielle Standardnetzwerke mit Robotern, Förderanlagen und Bildverarbeitungssystemen verbunden. Durch diese Verbindung können alle Geräte als ein einziges, koordiniertes System funktionieren.

Bei einem typischen Aufbau lokalisiert und positioniert ein Roboter das Teil mithilfe einer Kamera. Die Servopresse führt dann den Fügevorgang mit kontrollierter Bewegung aus. Gleichzeitig zeichnet die Presse die Kraft-Weg-Kurve auf. Sie prüft, ob die Kurve innerhalb der definierten Grenzen bleibt. Das System sendet dann das Ergebnis an das MES- oder SPC-System des Werks.

Wenn die Presse eine anormale Kurve feststellt, z. B. eine zu niedrige Spitzenkraft, reagiert die Zelle sofort. Sie kann den Prozess anhalten oder das Teil zur Überprüfung markieren. Durch diese Überprüfung im geschlossenen Kreislauf entfällt die Notwendigkeit einer manuellen Inspektion. Sie reduziert auch den Ausschuss und unterstützt die laufende Prozessverbesserung durch Datenanalyse.

Automatisierte Servopressen-Arbeitszelle

Überlegungen zur Prozessqualität und Werkzeugausstattung

Selbst das beste Servosystem hängt von einer guten Werkzeug- und Prozesssteuerung ab. Hier erfahren Sie, wie Ingenieure durch intelligentes Design und Datenüberwachung für perfekte Verbindungen sorgen.

Die Bedeutung der Werkzeugkonstruktion

Beim Nieten und Durchsetzfügen spielt das Werkzeugdesign eine Schlüsselrolle für die Qualität der Verbindung. Die Form des Stempels und der Matrize bestimmt, wie das Material fließt und einrastet. Selbst kleine Änderungen können von Bedeutung sein. Eine Änderung der Matrizenhohlraumtiefe um 0,1 mm oder eine Änderung des Stempelwinkels um 2° kann die Festigkeit der Verbindung spürbar beeinflussen.

Gut konzipierte Werkzeuge ermöglichen einen stabilen Materialfluss. Dies trägt dazu bei, Risse, Abrisse oder schwache Verriegelungen zu vermeiden. Viele Ingenieure verwenden Finite-Elemente-Simulationen, um die Materialverformung im Voraus zu untersuchen. Diese Simulationen helfen dabei, die Geometrie der Matrize zu verfeinern, bevor das Werkzeug hergestellt wird.

Während der Produktion wiederholt die Servopresse das gleiche Bewegungsprofil mit hoher Genauigkeit. Diese Bewegung entspricht bei jedem Zyklus der Konstruktionsabsicht des Werkzeugs. Durch den kontrollierten Kontakt werden Stoß- und Schlagbelastungen reduziert. Infolgedessen erhöht sich die Lebensdauer der Werkzeuge im Vergleich zu pneumatischen oder mechanischen Pressen oft um 20-30%.

Fügen von mehreren Schichten und ungleichen Materialien

Viele moderne Produkte sind in Leichtbauweise hergestellt. Bei diesen Konstruktionen werden oft verschiedene Materialien kombiniert, z. B. Aluminium mit Stahl oder beschichtete Bleche mit blankem Metall. Jede Schicht hat eine andere Streckgrenze. Aus diesem Grund muss sich die Umformkraft während des Hubes ändern.

Servopressen meistern diese Herausforderung sehr gut. Sie verwenden eine adaptive Steuerung auf der Grundlage von Echtzeit-Feedback. Wenn die Presse während der Umformung einen Widerstand feststellt, passt sie das Motordrehmoment im laufenden Betrieb an. Diese Steuerung hält die Materialverformung innerhalb des gewünschten Bereichs.

Bei diesem Verfahren wird die Fuge gründlich und gleichmäßig geformt. Oberflächenbeschichtungen bleiben intakt. Weichere Schichten werden nicht überkomprimiert. Das Ergebnis ist eine starke und zuverlässige Verbindung über gemischte Materialstapel hinweg.

Überwachung von Kraft-Weg-Kurven

Die Kraft-Weg-Kurve ist ein wichtiges Diagnoseinstrument beim Servo-Fügen. Sie zeigt, wie die Kraft während des Umformprozesses ansteigt und abfällt. Jeder Hub erzeugt seine eigene Kurve, die das Verhalten der Verbindung darstellt.

Selbst kleine Veränderungen in der Kurve können auf Probleme hinweisen. Diese Veränderungen können auf frühzeitigen Werkzeugverschleiß, eine falsche Ausrichtung der Teile oder Schwankungen der Materialstärke oder -härte hinweisen. Durch die Verfolgung dieser Kurven im Laufe der Zeit können Ingenieure Probleme erkennen, bevor sie zu Defekten oder Ausfallzeiten führen.

Zum Beispiel:

  • A geringere Spitzenkraft kann auf übermäßiges Spiel oder Werkzeugverschleiß hinweisen.
  • A steileres Gefälle zeigt eine Veränderung der Materialhärte an.
  • Ein frühe Hochebene kann auf eine Überlappung von zwei Blättern oder eine falsche Ausrichtung der Teile hinweisen.

Durch die Festlegung von oberen und unteren Kurvenhüllkurven können Ingenieure diese Probleme in Echtzeit erkennen. Einige Systeme klassifizieren Kurven sogar automatisch mit Hilfe von KI-Algorithmen und sagen Werkzeugausfälle voraus, bevor sie auftreten.

Auswahl der richtigen Servopresse zum Nieten oder Clinchen

Bei der Auswahl der richtigen Servopresse müssen Tonnage, Genauigkeit und Integrationsfähigkeit abgewogen werden. Nachfolgend sind die wichtigsten Faktoren aufgeführt, die es zu bewerten gilt.

Wichtige technische Spezifikationen

Parameter Empfohlener Bereich Warum es wichtig ist
Nennkraft (kN) 10-100 Ermittelt die maximale Umformleistung für verschiedene Blechdicken und Nietgrößen.
Hublänge (mm) 50-200 Definiert die Bewegungsflexibilität sowohl für kurze Clinches als auch für tiefere Nietformen.
Positionsgenauigkeit (mm) ±0,01 oder besser Gewährleistet eine gleichmäßige Fugentiefe und gleicht Dickenschwankungen aus.
Kraftkontrolle Präzision ±1% Verhindert Überpressung und garantiert wiederholbare Verbindungsfestigkeit.
Geschwindigkeitsbereich (mm/s) 1-300 Ermöglicht Hochgeschwindigkeitsanflug mit kontrollierter Umformung bei niedriger Geschwindigkeit.
Datenausgabe / Konnektivität EtherCAT, PROFINET, OPC UA Ermöglicht die Integration mit MES-, SPC- und Robotersystemen für eine intelligente Fertigung.

Position und Kraftgenauigkeit

Bei der Präzisionsbefestigung können kleine Fehler große Probleme verursachen. Ein Positionsfehler von nur 0,05 mm kann zu einer schlechten Nietexpansion oder einer geringen Verriegelungstiefe führen. Diese Probleme schwächen die Verbindung und verringern die Zuverlässigkeit.

Aus diesem Grund sollten die Ingenieure Pressen mit hochauflösenden Encodern wählen, die oft im Bereich von 0,001 mm liegen. Digitale Wägezellen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Zusammen tragen sie dazu bei, dass jeder Hub dem geplanten Kraft- und Positionsprofil folgt.

Einige fortschrittliche Steuergeräte verfügen über Selbstkalibrierungsfunktionen. Diese Routinen passen die Basislinienmesswerte automatisch an. Sie verkürzen die Einrichtungszeit und begrenzen die Auswirkungen von Bedienerschwankungen auf die Prozessgenauigkeit.

Bewegungsprofil und Prozessflexibilität

Eine Servopresse sollte programmierbare Bewegungsmodi bieten, einschließlich Positionssteuerung, Kraftsteuerung und Hybridsteuerung. Mit diesen Modi können Ingenieure den Prozess für verschiedene Materialien anpassen:

  • Force-Modus für gleichmäßige Kompression beim Clinchen von Aluminium.
  • Positionsmodus für eine genaue Niettiefe.
  • Hybrid-Modus zum Verbinden von mehrschichtigen oder beschichteten Materialien.

Mehrsegmentige Kurven ermöglichen eine vollständige Anpassung - zum Beispiel schnelles Starten, langsames Drücken in Kontaktnähe, kurzes Verweilen und sanftes Zurückziehen.

Datenmanagement und intelligente Integration

In modernen Fabriken sind die Prozessdaten ebenso wichtig wie das fertige Produkt. Eine Servopresse, die Prozesskurven aufzeichnet und exportiert, unterstützt die Qualitätskontrolle und eine stabile Produktion. Außerdem hilft sie den Teams bei der Planung von Wartungsarbeiten, bevor Probleme auftreten.

Über Standard-Industrienetzwerke kann die Presse direkt an MES- oder SPC-Systeme angeschlossen werden. Diese Verbindung ermöglicht eine automatische Datenübertragung ohne manuelle Eingaben. Die Ingenieure können die Leistung in Echtzeit überwachen. Sie können auch Trends über Tausende von Zyklen hinweg untersuchen, um die langfristige Prozessstabilität zu verbessern.

Energieeffizienz und Wartung

Servopressen verbrauchen nur dann Energie, wenn die Presse in Bewegung ist. Beim Abbremsen kann das System Energie zurückgewinnen, anstatt sie als Wärme zu verschwenden. Bei den meisten Anwendungen führt dies zu einem 30-70% niedrigeren Energieverbrauch im Vergleich zu hydraulischen Pressen. Ein geringerer Energieverbrauch bedeutet auch geringere Betriebskosten und weniger Kohlenstoffemissionen.

Servopressen verwenden kein Hydrauliköl. Dadurch entfällt das Risiko von Leckagen und flüssigkeitsbedingten Wartungsarbeiten. Der Arbeitsbereich bleibt sauber, und die Betriebszeit verbessert sich. Das System hat außerdem weniger bewegliche Teile und keine im Hintergrund laufende Pumpe. Infolgedessen verlängern sich die Wartungsintervalle oft um 30-40%, was dazu beiträgt, die Gesamteffektivität der Anlage über die Zeit stabil zu halten.

Schlussfolgerung

Servopressen haben das Nieten und Clinchen von einfachen mechanischen Schritten in kontrollierte, datengesteuerte Prozesse verwandelt. Sie bieten eine präzise Kontrolle über Kraft und Position. Außerdem unterstützen sie einen sauberen Betrieb, da kein Öl mehr benötigt wird und übermäßiger Lärm reduziert wird.

Diese Vorteile führen zu präzisen Geschäftsergebnissen. Der Energieverbrauch sinkt: Nacharbeit und Ausschuss gehen zurück. Im Laufe der Zeit liefern diese Vorteile messbare Erträge und unterstützen eine stabile, hochwertige Produktion.

Möchten Sie Ihren Niet- oder Clinchprozess mit innovativer Ausrüstung verbessern? Unser Team unterstützt Hersteller dabei, Nacharbeit zu reduzieren, die Werkzeuglebensdauer zu verlängern und durch gut abgestimmte Servopressenlösungen schnellere Erträge zu erzielen. Kontakt zu unseren Experten um Ihre Montageprobleme zu besprechen oder eine kostenlose technische Beratung anzufordern.

Hey, ich bin Kevin Lee

Kevin Lee

 

In den letzten 10 Jahren bin ich in verschiedene Formen der Blechbearbeitung eingetaucht und teile hier coole Erkenntnisse aus meinen Erfahrungen in verschiedenen Werkstätten.

Kontakt aufnehmen

Kevin Lee

Kevin Lee

Ich verfüge über mehr als zehn Jahre Berufserfahrung in der Blechverarbeitung und bin auf Laserschneiden, Biegen, Schweißen und Oberflächenbehandlungstechniken spezialisiert. Als Technischer Direktor bei Shengen bin ich bestrebt, komplexe Fertigungsherausforderungen zu lösen und Innovation und Qualität in jedem Projekt voranzutreiben.

Fordern Sie ein schnelles Angebot an

Wir werden uns innerhalb von 1 Arbeitstag mit Ihnen in Verbindung setzen, bitte achten Sie auf die E-Mail mit dem Suffix "@goodsheetmetal.com".

Sie haben nicht gefunden, was Sie suchen? Sprechen Sie direkt mit unserem Direktor!